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Allgemein, Rezension

Julia Seuschek: Strassenkötergene

Autor: Julia Seuschek
Verlag: Drachenmond Verlag
Datum Erstveröffentlichung: 08.07.2017
Länge: 220 Seiten
Preis: 12,90€


Klappentext:
Lou mutiert mit dreizehn Jahren völlig unerwartet zu einem reinblütigen A-Menschen. Als ihr Vater wie der Rest ihrer Familie ein einfacher B-Mensch von der Königsfamilie ermordet wird, schwört Lou Rache. Verkleidet als Junge tritt sie in den Dienst ihrer royalen Gegner.
Ausgerechnet Königssohn Jared stiehlt sich in das Herz der Rebellentochter und Lous Welt steht Kopf. Gibt sie Jared auf, um das System zu stürzen oder verrät sie ihre Herkunft für die Liebe ihres Lebens?


Cover:
Ein Wahnsinns Cover, welches einfach super zu einer dystopischen Geschichte passt. Es wirkt gewaltig und explosiv.


Meine Meinung:
Lous Welt steht seit ihrem 13ten Lebensjahr auf dem Kopf. Wieso musste ausgerechnet sie ein reinblütiger A-Mensch werden, wo doch ihre Familie ein B-Mensch ist?
Mit dreizehn jahren, ist es üblich, dass die Kinder sich wandeln.
Vorher sehen alle Kinder relativ gleich aus, sie haben türkisfarbene Haare und Stachelbeeraufen. Entweder mutiert ein Kind zu einem A- oder B- Menschen. Der Typ A- Mensch hat blonde Haare und grüne Augen, der Typ B-Mensch hingegen braune Haare und Augen.
Typ A-Menschen sind die regierenden Menschen, die über allen stehen, vor allem aber über den Typ B- Menschen.
Lou versucht so gut wie möglich ihren Status zu verstecken und zu verheimlichen. Denn sie hat einen Plan, um den Tod ihres Vaters zu rächen.
Jedoch stellt sich kurze Zeit später schon heraus, dass es doch schwerer als erwartet wird, ihren Plan durchzuziehen.
Denn ausgerechnet ihr Herz macht ihr einen Strich durch die Rechnung.
Verkleidet als Junge tritt sie in den Dienst der Königsfamilie und lernt dort Jared kennen, den Prinzen.
Zu Beginn können sich beide nicht recht ausstehen, doch dies ändert sich relativ schnell.
Lou ist weder auf den Mund gefallen, noch lässt sie sich rumscheuchen. Sie ist selbstbewusst und mutig.
Jared ist es als Sohn des Königs gewohnt, dass man ihm nicht wiederspricht und genau das tut was er will. Doch da ist er bei Lou an der falschen Adresse.Straßenkötergene
Es folgen einige Wortgefechte, die beide erkennen lassen, dass sie sich gar nicht so unähnlich sind.
Wird Lou ihren Plan weiterhin verfolgen? Oder verliert sie sich endgültig an Jared?

Die Idee hinter der ganzen Geschichte hat mir gut gefallen. Rebellion gegen das System das eigentlich totaler Mumpitz ist, gepaart mit einer Lovestory.
Die Umsetzung jedoch konnte mich leider nicht richtig überzeugen.
Der Satzbau hat mich an einigen Stellen wirklich irritiert, da immer zwischen kurzen und langen Sätzen gewechselt wurde. Oft kamen viele Einwortsätze vor. Dies führte dazu, dass ich einige Passagen mehrfach lesen musste.
Auch die Vergleiche und Metaphern waren mir ab der Hälfte des Buches einfach zu viel. Sätze wurden bis ins unendliche ausgeschmückt und in die Länge gezogen.
Zum Bespiel : „ Es ist als grabe sich ein Schlund aus Abwasser durch mein innerstes. Sprudelnd schleudert es mir mal mehr, mal weniger seinen Gestank entgegen.“

Die Charaktere an sich haben mir eigentlich gut gefallen, außer dass die Sprache oft deplatziert wirkte und irgendwie nicht authentisch.
Was ich auch nicht wirklich verstanden habe ist das Lou ja eigentlich ihren Plan verfolgen wollte, jedoch einmal angekommen im Schloss, passierte in der Richtung überhaupt nichts mehr. Die Lovestory rückte mehr in der Vordergrund und die eigentliche Geschichte verlor sich im Sand, was ich wirklich schade fand.
Die Geschichte wird abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven erzählt, wovon ich eigentlich immer ein großer Fan bin, doch hier hat es mich eher verwirrt als einen positiven Effekt zu erzielen.


Fazit:
Leider konnte mich „ Straßenkötergene“ nicht überzeugen. Mit dem Schreibstil konnte ich mich bis zur letzten Seite des Buches nicht richtig anfreunden und somit wurde ich auch nicht warm mit den Charakteren.
Viele Aussagen der Charaktere erschienen mir zu überspitzt und nicht authentisch genug, wo ich mir oft dachte „ wer würde solche Aussagen machen?“.
Zwischen drin gab es immer wieder Passagen, die mir wirklich gut gefallen haben, jedoch waren diese Momente zu schnell vorbei und auch zu selten vorhanden.
Ebenfalls war mir das Tempo der Geschichte einfach zu flott, es wurde alles schnell abgehandelt und zack zack gemacht, wirklich schade. Dem Buch haben definitiv noch viele Seiten gefehlt. Man hätte absolut mehr aus der Idee machen können.


Zitat aus dem Buch:
„Manchmal täuscht uns das Leben, verwirrt uns mit voller Absicht. Licht bringt andere Schatten, hat aber selbst keinen. Verstehst du?“


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No Comments

  • Reply Lesemonat November

    […] „ Strassenkötergene“ von Julia Seuschek  Lange habe ich gewartet um das Buch von Julia zu lesen. Als es dann soweit war, konnte es mich leider weder packen und begeistern. Die Geschichte verlor sich für im Verlauf und auch die Charaktere konnten mich nicht überzeugen. […]

    Dezember 1, 2017 at 12:54 pm
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